Dienstag, 30. Juni 2009

Strom für Europa künftig aus der Wüste

Riesige Sonnenkraftwerke sollen europäische Haushalte künftig mit Solarstrom aus Afrika versorgen. Profitieren würde auch die Schweiz.



Es wäre eine der grössten privaten Ökostrom-Initiativen aller Zeiten: Eine Gruppe von 20 grossen Konzernen, darunter die schweizerische ABB, plant für 400 Milliarden ­Euro ein spektakuläres Sonnenkraftwerk in Afrika. Schon Mitte Juli wollen sich die ­Firmen zu einem Konsortium zusam­menschlies­sen – darunter die Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft, Siemens, die Deutsche Bank und RWE.

Der Plan: Die Solarkraftwerke in den Wüsten des Kontinents sollen in zehn Jahren den ersten Strom in europäische Haushalte liefern. Trotz Wirtschaftskrise will das Konsortium damit den Kampf gegen den Klimawandel vorantreiben und sich an die Spitze der grünen Technologie weltweit stellen, schreibt Spiegel.de. Die Ziele sind hochgesteckt: Etwa 15 Prozent der europäischen Stromversorgung liessen sich beim geplanten Investitionsvolumen ab 2050 decken, glauben Verantwortliche des Projekts Desertec. Dafür genügten Solarkraftwerke auf einer Fläche von 130 mal 130 Kilometer. Allerdings müssten politisch stabile Länder als Standort gefunden werden, und in der Startphase seien Subventionen nötig.

Schweiz könnte profitieren

«Falls das Projekt zustandekommt, könnte auch die Schweiz profitieren», sagt Gordon Hasmann von der Zürcher Solarfirma Edisun. Denn dies wäre laut Hasmann ein Anreiz, auch hierzulande Solarenergie zu fördern und in neue Projekte zu investieren.

Pilotanlagen in Spanien und Kalifornien

Technisch wäre das Projekt schon heute machbar. Der Strom könnte über Hochspannungsnetze auch unter Wasser nach Europa transportiert werden. In Spanien und Kalifornien gibt es Pilotanlagen, die Sonnenlicht über Spiegel auf ein ölgefülltes Rohr lenken, damit Wasser verdampfen und Turbinen zur Stromerzeugung antreiben. Dieser Solarstrom sei nur halb so teuer wie bei Photovoltaik-Anlagen, sagte Desertec-Sprecher Michael Straub.

Die Sprecher eingeladener Konzerne äusserten sich allerdings zurückhaltend. Die Vision sei interessant und solle «weiter ausgelotet werden», sagte ein RWE-Sprecher. Schwerpunkt des geplanten Konsortiums sei eine «vertiefte Prüfung und Machbarkeitsstudie». Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte, das Projekt sei grundsätzlich sehr interessant, aber es gebe noch keine konkreten Abmachungen. Ein Siemens-Sprecher sagte: «Desertec ist aus unserer Sicht ein visionäres und sehr spannendes Projekt.» Man sei in Gesprächen, um es voranzutreiben.

1 Kommentar:

  1. Die Idee finde ich wirklich interessant, allerdings sollte sich nicht alle auf dieses große Projekt festlegen, sondern auch mal darüber nachdenken, wie man die erneuerbare Energie lokal nutzen kann.

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